Durch Emotion und Distanz zum Selbst. Eine Praxis in der Psychotherapie

Ganseforth, Elisabeth
2019, 157 Seiten, ISBN 978-3-95853-447-6
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Menschliche Beziehungen sind von Kräfteverhältnissen bestimmt, die die Beteiligten versuchen,
für sich günstig zu gestalten. Bei dem Bemühen des Ausgleichs kann es zu Strukturen
von Herrschaft, Macht und Widerstand kommen.
Auch die psychotherapeutische Beziehung zwischen Therapeut_in und Patient_in mit ihren
unterschiedlichen Motivationen, Selbstverhältnissen und dem Wissensgefälle ist anfällig für
Herrschaftshandeln und Machtmissbrauch. Aber nicht nur intersubjektiv, sondern auch intrasubjektiv,
im Verhältnis eines Menschen zu sich selbst, zeigen sich Herrschafts- und Widerstandsstrukturen,
die sich als psychische Störungen äußern können.
Der Organismus des Menschen versucht auch auf neuronaler Ebene, stets ein Gleichgewicht zu
finden, das ein möglichst gutes Überleben gewährleistet. Dieses Ziel ist in der Kindheit anders
zu erreichen als im Leben des Erwachsenen. Da aber der erwachsene Mensch von den neuronal
fest gebahnten Lösungsmöglichkeiten seiner Kindheit bestimmt ist, kann es zu erheblichen
inneren Ungleichgewichten kommen, die er durch herrschaftlichen
Umgang mit sich selbst
versucht auszubalancieren.
Die in diesem Buch für Theorie und Praxis der Psychotherapie entwickelten Modelle können
herrschaftlichem Handeln entgegenwirken. Das Selbstmodell besteht aus emotional erfahrbaren
Komponenten,
die die Autorin das unversehrte Selbst und das schützende Selbst nennt.
Diese Selbstanteile kann der Mensch aus neutraler Position mit Distanz betrachten. Dies stellt
die dritte Komponente, das beobachtende Selbst, dar. In einer solchen räumlichen, dynamischen
Selbstkonzeption wird Herrschaft erschwert. Dieses Selbstkonzept führt weiter zu einem
Beziehungsmodell, in dem sowohl Grenzen zwischen den Beteiligten deutlich werden als auch
zirkuläres Denken und Perspektivwechsel möglich sind.
Die dargestellten Modelle schärfen einerseits die Aufmerksamkeit für Herrschaft und Macht
und bieten andererseits Denkansätze, diesen Versuchungen auszuweichen und freiheitlich,
selbstverantwortlich zu handeln.

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 
1. Das Selbst – ein Spannungsraum 
1.1 Trennungen und Spaltungen zwischen Spannungsfeldern 
1.2 Soziologische Definitionen von Herrschaft, Macht und Widerstand 
1.3 Wahrnehmung von Dichotomien und Halten der Spannungen 
1.3.1 Denkmodell eines Zwischenraumes – Homi Bhabha
1.3.2 Denkmodell der „exzentrischen Position“ des Menschen
– Helmuth Plessner 
1.3.3 Bedeutung der soziologischen Forschungen
für die Psychotherapie 
2. Untersuchungen der Neurowissenschaften 
2.1 Wissenschaftstheoretische Überlegungen
2.2 Neuronale Strukturen und Prozesse 
2.3 System der Spiegelneurone 
2.4 Wahrnehmung und Bewusstsein 
2.5 Das Selbstmodell - António Damásio 
3. Bedeutung der wissenschaftlichen Erkenntnisse
für die Praxis der Psychotherapie 
3.1 Das Selbstverständnis des Psychotherapeuten
oder der Psychotherapeutin 
3.2 Das Selbstverhältnis des Patienten oder der Patientin 
4. Therapeutisches Arbeiten 
4.1 Therapeutische Beziehung – das Modell der Teppiche 
4.2 Selbstverhältnis am Modell des Dreiecks
4.3 Das Modell des Dreiklangs 
4.3.1 Abstand 
4.3.2 Hemmung der negativ empfundenen Strukturen 
4.3.3 Entscheidung über den Fokus der Aufmerksamkeit 
5. Schlussbemerkung 
Literaturverzeichnis 
Über die Autorin 

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